Mein Blog

Abschlussprojekt von Selina Wacker

Herzlich Willkommen auf meinem Blog

Herzlich Willkomen auf meinem Blog. Ich heisse Selina Wacker, bin 15 Jahre alt und komme aus Buch am Irchel. Ich gehe in die 3. Sekundarstufe in der Schule Flaach und im Moment arbeite ich an meinem Abschlussprojekt. Ich habe mich dazu entschieden, Freiwilligenarbeit für das Rote Kreuz zu leisten. Das beinhaltet, dass ich jeden zweiten Samstag ins Alterszentrum Adlergarten gehe und dort den Nachmittag mit den Seniorinnen und Senioren verbringe. Ich habe mich dazu entschieden, meine Erfahrungen aus den Einsätzen in diesem Blog festzuhalten. Viel Spass!

Ich freue mich über ein Feedback zu meinem Blog.
Email: selina.wacker@schuleflaachtal.ch

Erwartungen vor meinem 1. Einsatz

Wie mein Projekt begann

Ich wusste lange nicht, was ich als Abschlussprojekt machen sollte. Was ich aber wusste war, dass ich nichts bauen, basteln oder kochen wollte. Ich brauchte etwas, was mich über einen längere Zeit beschäftigt. Dann stiess ich während der Vorbereitung für einen Vortrag auf die Freiwilligenarbeit des Roten Kreuz. Da hatte ich meine Projektidee. Ich war ein paar Wochen später in Zürich an einem Infoabend. Da wurden mir viele verschiede Hilfsprojekte vorgestellt. Schlussendlich entschied ich mich dazu, beim Projekt im Altersheim Adlergarten mitzumachen. Dort werde ich bei schönem Wetter mit den Senioren/-innen spazieren gehen und bei schlechtem Wetter werden wir gemeinsam Spiele spielen. Diese Projektidee hat mich begeistert weil es immer wieder etwas neues ist. Ich werde immer im gleichen Altersheim bleiben, mit den gleichen Leuten des Roten Kreuzes zu tun haben aber werde bei jedem Einsatz neue Geschichten hören und neue Senioren/-innen kennenlernen.

Ich fing an, mir Gedanken zu machen, wie ich meine Erfahrungen aus diesem Projekt festhalten möchte. Zuerst wollte ich ein Tagebuch schreiben. Ich entschied mich aber dann dazu, einen Blog zu schreiben. Denn wenn ich das Tagebuch geschrieben hätte, hätten es meine Freunde und Besucher nur an der Ausstellung meines Projektes sehen können. Mit einem Blog können sie es aber immer wieder online anschauen und das nicht nur am Ende meines Projektes sondern auch wenn ich mitten drin.Was sich als schwieriger als erwartet erwies. Denn es gab viele Websites, die nicht das anboten was, ich brauchte. Ich wollte einen Blog erstellen, bei dem ich die Seite gratis gestalten kann. Ich fand dann schlussendlich diese Website Simple Site.

Ich erwarte von diesem Projekt, dass ich lernen werde, wie man am besten mit fremden und älteren Personen umgeht. Ich freue mich auch neue Menschen kennenzulernen, nicht nur die Senioren/-innen, sondern auch die Leute die beim Roten Kreuz mithelfen. Sowie auch viele neue Geschichten zu hören. Ich vermute, die Senioren/-innen werden mir Geschichten und Erlebnisse ihrer Kindheit erzählen z.B. was sie nie hatten oder machen durften, was für uns selbstverständlich ist. Oder was es in ihrer Kindheit nicht gab und was heute jeder Haushalt hat. Ich hoffe auch, dass ich ein bisschen mehr von ihren Familie erfahre. Was mich aber am meisten interessiert ist, wie ihr Alltagsleben früher aussah. Was sie gearbeitet hatten, wie viel sie verdienten, ob sie Kinder haben und ob sie vielleicht Schicksalsschläge erleiden mussten.

Ich habe aber auch Angst. Ich habe Angst davor, dass ich vielleicht überfordert sein werde oder nicht mit den Senioren/-innen umgehen kann oder das ich kein Gesprächsthema finden werde. Diese Probleme kann ich lösen, indem ich mir schon vor dem erstem Einsatz Gedanken mache, über was ich mit ihnen sprechen möchte oder welche Fragen ich stellen will. Ich sollte auch immer höflich und offen sein, das wird mir vieles vereinfachen. Früher war ich nicht offen. Ich war das Gegenteil davon. Ich war scheu und getraute mich nicht fremde Menschen anzusprechen. Mit der Zeit lernte ich es dann aber, denn wenn man offen ist und auf Menschen zugeht, fällt einem vieles leichter. Ich bin mir bewusst, dass ich bei meinem Projekt offen sein muss und auf die Senioren/-innen und Freiwilligenhelfer zugehen muss. Ich hoffe auch, dass ich durch dieses Projekt mehr aus mir heraus kommen kann.

9.März, 1.Einsatz

Am 9. März hatte ich meinen allerersten Einsatz beim Roten Kreuz. Ich war sehr nervös, dass ich irgendetwas falsch machen werde oder die Senioren/-innen auf etwas ansprechen werde, was ihnen unangenehm sein könnte oder dass ich mit den Senioren/-innen nicht richtig umgehen kann (das ich sie fallen lasse wenn ich ihnen beim Hinsetzen helfen muss oder das ich den Rollstuhle falsch bediene und vielleicht eine Bremse nicht anziehe). Gleichzeitig freute ich mich neue Erfahrungen zu sammeln. Auch darauf die Senioren/-innen kennenzulernen sowie die Freiwilligenhelfer vom Roten Kreuz. Ich freute mich auch darauf mit meinem Projekt nun richtig zu starten.

Um 14.00 Uhr traf ich mich mit fünf weiblichen Mitgliedern des Roten Kreuz im Eingangsbereich des Alterszentrum Adlergarten in Winterthur. Als erstes stellten wir uns alle vor, denn die einen kannten einander nicht. Dann bekamen wir die Info, dass wir heute drinnen bleiben und mit den Senioren/-innen Spiele spielen werden, da es draussen sehr stark regnete und windete. Als nächstes holten wir den Schlüssel für den Schrank der Freiwilligenarbeiter ab. Dann erhielt ich mein eigenes Shirt vom Roten Kreuz und einen Badge damit die Senioren/-innen unseren Namen immer nachlesen können, wenn sie ihn vergessen haben. Als nächstes ging ich mit der Chefin unserer Gruppe und einem anderen Mädchen in den sechsten Stock des Altersheims. Dort holten wir drei Senioren/-innen ab. Einen Mann, der im Rollstuhl sass, eine Frau, die einen Rollator braucht und eine Frau die noch gut laufen konnte. Die Teamleiterin holte noch schnell Spiele aus einem Schrank und zu sechst gingen wir in die Cafeteria, wo wir den Rest unserer Gruppe trafen die im siebten Stock auch drei Senioren/-innen abgeholt hatten. Ich half einer Dame in den Stuhl zu sitzen. Ich sass danach an einen Tisch mit zwei Seniorinnen und einer vom Roten Kreuz. Zuerst spielten wir ein Affenspiel, danach Memory dann UNO und zum Schluss noch Vier Gewinnt. Zwischendurch holten wir den Senioren/-innen noch etwas zu trinken. Ich merkte schnell dass es den Senioren/-innen viel Spass machte und mir auch. Um 16.10 begleiteten wir die Senioren/-innen wieder in ihren Stock zurück. Anschliessend mussten wir vom Roten Kreuz noch eine Anwesenheitsliste ausfüllen und ein kleines Feedbackformular. Danach verabschiedeten wir uns voneinander und gingen nach Hause.

Wie es sich dann am Schluss des Tages herausgestellt hatte, musste ich nicht nervös oder aufgeregt sein. Denn ich hatte alles richtig gemacht. Ich habe mit den Senioren/-innen kleine Gespräche über das scheussliche Wetter und Dekoration, die auf dem Tisch stand geführt. Auch die Rollstühle konnte ich besser bedienen als gedacht. Dieser Tag hatte mir sehr viel Spass bereitet. Mit den Senioren/-innen habe ich mich von Anfang an gut verstanden und meine Scheue war nach den ersten paar Worten verschwunden. Es war ein sehr schöner Nachmittag und hat mir viel Freude bereitet. Ich weiss ,dass es den Senioren/-innen auch gefallen hat. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Das Gefühl, dass ich etwas Gutes getan habe, dass ich für jemanden da war und Zeit verbringen konnte fühlte sich gut an. Auch wenn wir uns vorher noch nicht kannten, konnten wir zusammen einen schönen Nachmittag verbringen

23. März, 2. Einsatz

Am Samstag dem 23. März hatte ich meinen 2.Einsatz im Alterszentrum Adlergarten. Dieses Mal war ich nicht nervös. Ich wusste, wie das meiste ablaufen wird. Das einzige was ich nicht wusste, war welche Route wir mit den Senioren/-innen laufen werden, aber das störte mich nicht gross. Aber sonst freute ich mich riesig auf den Nachmittag mit den Senioren/-innen und den Mitgliedern vom Roten Kreuz.

Um 13:45 traf ich mich mit zwei anderen Mitgliedern im Eingang vom Adlergarten. Wir holten unser Badge aus dem Helferschrank. Wir fuhren in den 6. Stock und holten da zwei Seniorinnen ab. Weil wir aber zu dritt waren und es noch eine/e Senior/-in zu wenig war, gingen wir noch in den 7.Stock, um eine weitere Seniorin abzuholen. Danach liefen wir in einen Park. Ich sprach mit der Seniorin, die ich im Rollstuhl schob über ihre früheren Ferien. Sie ging mit ihrer Familie nicht viel in die Ferien und geflogen ist sie noch nie. Das hat mich sehr erstaunt, denn heute flog sozusagen jedes Kind schon einmal und das Fliegen ist für die Gesellschaft etwas ganz Normales.

Als wir dann an dem Gehege des Alterszentrum Adlergarten mit Ziegen darin vorbeikamen, erzählten uns die Seniorinnen etwas über die Tiere. Sie sagten, dass die Ziegen aus einem Zoo kommen und sie im Alterszentrum aufgenommen wurden, da sie im Zoo nicht mehr erwünscht waren und die einte Seniorinn hatte eine Lieblingsziege mit dem Namen Schwändli und sie wollte andauernd die Ziege streicheln. Schwändli selbst hatte darauf keine Lust.

Danach machten wir eine Pause und wir gingen zusammen in die Cafeteria, setzten uns nach draussen unter einen Sonnenschirm und ich holte mit einer andere Freiwilligenarbeiterin für die Seniorinnen und uns Getränke. Am Tisch sprachen wir mit den Seniorinnen über unsere Freiwilligenarbeit im Adlergarten. Sie fragten uns, ob wir in der Schule dafür frei bekommen oder diese Arbeit machen müssen. Wir antworten ihnen, dass wir das alle von uns aus, also freiwillig, machen.

Nach einer Weile im Garten des Alterszentrum war es schon 16:00 Uhr und wir begleiteten die Seniorinnen in ihren Stock und verabschiedeten uns von ihnen. Wir füllten alle gemeinsam das Feedbackformular aus und liefen zusammen zum Bahnhof.

Der zweite Einsatz im Alterszentrum hat mir sehr viel Spass bereitet und ich freue mich jetzt schon auf den Dritten. Das Spazieren mit den Seniorinnen hat mir ehrlichgesagt mehr Spass gemacht als das Spiele spielen. Denn beim Spazieren kam man mehr ins Gespräch mit den Senioren/-innen als beim Spielen. Auch habe ich mich beim zweiten Mal wohler gefühlt. Denn ich war offener und ruhiger als beim ersten Mal. Ich denke, dass ich durch dieses Projekt immer offener werde und das freut mich.

Einige Einblicke in unseren Spaziergang zu den Ziegen

6.April, 3.Einsatz

Mein dritten Einsatz hatte ich am 6.April. An diesem Samstag war es schönes Wetter und darum gingen wir auch mit den Senioren/-innen spazieren. Wir waren dieses Mal zu siebt (so viele waren wir noch nie) und so konnten wir auch sieben Senioren/-innen mitnehmen.

Als wir losgingen, kam ich sofort mit einer Seniorin ins Gespräch und sie erzählte mir von ihrem früheren Berufsleben. Sie arbeitete in ihren jungen Jahren in einem Kinderspital in der Nähe von Neuchâtel. Dort übte sie den Beruf Krankenschwester aus. Sie erzählte mir das sie als sie begann dort zu arbeiten kaum ein Wort Französisch sprechen konnte. Doch durch den täglichen gebrauch der Sprache lernte sie es schnell. Die Seniorin erzählte mir auch ,dass die Kinder auf der Station beim Lernen geholfen haben. Denn sie haben die Seniorin bei einer falschen Aussprache nicht ausgelacht sondern ihr gezeigt wie es richtig geht.

Diese Geschichte hat mich sehr erstaunt, denn Heutzutage würde kein Mensch mehr ohne ein Wort der Sprache zu können in ein Gebiet gehen wo z.b. Französisch gesprochen wird und dann sogar noch mit Personen arbeiten.

Dann später kam ich mit einer anderen Seniorin ins Gespräch. Und zwar fragte ich sie dann was sie früher gearbeitet hatte. Sie erzählte mir das sie die Schule normal abgeschlossen hatte und dann eine Lehre machte. Als ich sie darauf ansprach was sie danach gemacht hatte, sagte sie nur, dass sie vier Kinder hat und deswegen nie richtig gearbeitet hat. Wenn ich jetzt darüber nachdenke ist dies in der heutigen Zeit fast nicht mehr möglich, dass nur noch ein Elternteil arbeitet.

Zum Schluss liefen wir wieder an dem Ziegenstall im Alterszentrum vorbei und dieses Mal hatte zwei Ziegen gerade einen Kampf. Wir hielten an und die Senioren/-innen schauten ihnen gespannt zu. Die einen fanden das dies viel zu brutal sei und die Ziegen stoppen sollten während die anderen ihnen nur gespannt zuguckten. Nachdem sich die Ziegen beruhigt hatte, brachten wir die Senioren/-innen wieder in ihren Stock zurück.

Spaziergang & Kampf der Ziegen

20.April, 4.Einsatz

Mein 4. Einsatz hatte ich am 2.April mit zwei weiteren Mitgliedern des Roten Kreuzes. Dieses Mal waren es nur zwei Seniorinnen im Rollstuhl und das erste Mal eine Seniorin die selber gelaufen ist. Ich hatte aber wie jedes Mal eine Frau im Rollstuhl.

An diesem Tag war es extrem schönes Wetter und deshalb sprach ich mit einer Seniorin über den Sommer und wie sehr sie sich auf die warme Jahreszeit freut. Sie erzählte mir das sie sich immer auf den Sommer freut weil sie dann immer nach draussen gehen kann und der Sommer ihr allgemein gute Laune bereitet.

Nachdem wir eine Weile liefen brauchte die Dame ohne Rollstuhl eine Pause, eine freiwillige Arbeiterin vom SRK sass mit ihr auf eine Bank und eine Kollegin und ich liefen mit den Seniorinnen im Rollstuhl eine kleine Runde weiter. Auf dieser Runde kamen wir an einem Garten vorbei in dem eine schwarze Katze sass und dadurch kam ich mit der Seniorin ins Gespräch und ich erzählte ihr von meinen Katzen zuhause und sie mir von ihren Hasen die sie früher hatte und zwar einen weissen und einen braunen.

Nach der kleinen Runde kamen wir wieder zu der Bank auf der die Seniorin und eine Kollegin sassen und auf uns warteten. Wir liefen gemeinsam wieder zurück zum Alterszentrum und sassen noch in die Cafeteria. Dann fragten uns die Seniorinnen noch ob wir das alles freiwillig machten oder es machen müssen. Jedoch war es bei allen die gleiche Antwort und die war: Freiwillig.

 

Fotos vom Spaziergang

8.Mai, Weltrotkreuztag

Der Weltrotkreuz- / Rothalbmondtag oder auch kurz nur Weltrotkreuztag genannt wird jedes Jahr am 8.Mai gefeiert. Denn am 8.Mai 1828 wurde Henry Dunant in Genf geboren, der Gründer des Roten Kreuzes. Im Jahre 1921 hatte Alice Masaryková die Idee einen Weltriokreuztag zu bestimmen. Bis dies schlussendlich international durgeführt wurde, ging es noch eine Weile. 1938 wurde auf der 16. Internationalen Konferenz in London beschlossen, dass es jährlich einen Tag als Initiative zum Frieden geben wird. Doch der zweite Weltkrieg machte der Durchführung dieses Tages einen Strich durch die Rechnung und die Umsetzung begann somit erst nach dem zweiten Weltkrieg. 1948 wurde nach Zustimmung des Komitees der Geburtstag von Henry Dunant festgelegt. Zu dieser Zeit hiess der Tag aber noch «Internationaler Tag des Roten Kreuzes». Später wurde er dann aber zum «Weltrotkreuztag» umbenannt, so wie er auch heute heisst.

Henry Dunant & Rotkreuz/Rothalbmond-Zeichen